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Der 30 jährige Krieg gliedert sich in: 1618 - der Fenstersturz zu Prag; 1618 - 1623 Böhmisch - pfälzischer Krieg; 1623 - 1629 Niedersächsisch - dänischer Krieg; 1630 - 1635 Schwedischer Krieg; 1635 - 1648 Schwedisch - französischer Krieg. Der 30 jährige Krieg 1618 - 1648 war zu Beginn des Jahres 1633 in eine entscheidende Phase getreten, König Gustav Adolf von Schweden war gefallen. Bis dahin hatte sich der Krieg über weite Landstriche ausgebreitet. In den zurückliegenden 15 Jahren hatte der Krieg fast ganz Deutschland erfaßt. Der Schwedenkönig landete 1630 auf Usedom und begann seinen Offensivkrieg in Mitteleuropa. Im Jahre 1632 hatten sich Gustav Adolf und der kaiserliche General Wallenstein mit ihren Heeren wochenlang bei Nürnberg gegenüber gelegen und es kam zu keiner Entscheidungsschlacht. Am 16. November 1632 hatte der Schwedenkönig bei Lützen die Schlacht gesucht und sein Leben gelassen. 1608 hatten sich die Protestanten in Deutschland zur „Union“ zusammengeschlossen unter Führung des Kurfürsten Friedrich IV von der Pfalz. Die katholischen Reichsstände verbanden sich unter Leitung des Herzogs Maximilian von Bayern zur „Liga“. Der Krieg begann mit der Erhebung Böhmens gegen König Ferdinand. Windsheim war der protestantischen Union beigetreten, ebenso wie die Städte Nürnberg, Nördlingen, Rothenburg, Schweinfurt und Weißenburg samt Schwäbisch Hall. Die fränkischen Glieder der Union hielten am 26. September 1619 zunächst eine Beratung in Windsheim. Man kam überein in Bayern nichts gegen einander zu unternehmen, so entbrannte der Kampf zunächst in Böhmen, wo der Gegenkönig Kurfürst Friedrich V von der Pfalz in der Schlacht auf dem „weißen Berge“ bei Prag am 8. November 1620 von Herzog Maximilian gänzlich besiegt wurde. Kurfürst Friedrich V wurde in die Reichsacht erklärt, die Union löste sich auf, Maximilian erhielt die Kurenwürde der Pfalz auf dem Fürstentag zu Regensburg und bald danach die Oberpfalz als Ersatz seiner Kriegskosten, während er als ergebener Sohn seiner Kirche die Heidelberger Bibliothek nach Rom verschenkte. In jenen ersten Teil des Kriegs hatte unsere Gegend nur kurz unter Truppendurchzügen zu leiden, als Maximilian mit seinen Truppen die Pfalz besetzte. Der Kaiser hatte zuerst spanische Truppen dorthin gerufen, der Markgraf Joachim Ernst von Ansbach versuchte sie wieder zu vertreiben, ihn schloß sich Graf Ernst von Mannsfeld (1580 – 1626 in Bosnien) an mit den Resten des Heeres das am „weißen Berg“ besiegt worden war. Diese Truppen zogen ca. 15 - 16.000 Mann stark, am 4. Oktober 1621 an Windsheim vorüber. Hinter ihnen kam der nacheilende Feind Maximilian mit etwa 20.000 Mann durchmarschiert. 1622 zogen durch die hiesige Gegend als Kaiserliche Exekutionsvölker noch 9.000 Kroaten und 8.000 Polen ebenfalls nach der Pfalz und plünderten wo sie hinkamen. Dann folgten noch zwei Kompanien Pappenheimische Reiter, welche von Tilly in den Dörfern um Windsheim einquartiert wurden. Die Folge dieser Truppendurchzüge war eine große Teuerung im Jahre 1622. 1 Malter Korn kostete 17 fl.; 1 Malter Dinkel 13 fl.; 1 Metz Mehl 3 fl.; 1 Maas Schmalz 3 fl.; 1 Dutzend Eier 36 Kr.; 1 Gans 3 fl.; 1 Paar Bauernstiefel 20 fl. 1625 flammte der Krieg wieder auf, als König Christian IV von Dänemark, der als Herzog von Holstein gleichzeitig Deutscher Reichsfürst war, seinen Verwandten Friedrich V von der Pfalz zu Hilfe kam und zugleich den von Tilly schwer bedrängten Protestantismus zu retten suchte. Er wurde jedoch durch Tilly bei Lutter am Barenberge in Braunschweig 1626 geschlagen und durch Wallensteins Heer in Holstein Schleswig und Jütland so völlig besiegt, das er in den Frieden von Lübeck einwilligen mußte. 1629 in dieser zweiten Kriegsperiode hatte Windsheim und Umgebung wieder unendlich viel unter Truppendurchzügen zu leiden, es kamen durch, die Regimenter der Colato, Strozzi, Pappenheim, Wittenhorst, Altringen (Graf) und das kaiserlich Schönburgische (Ott Friedrich Freiherr und nachmaliger Graf von und zu Schönburg im Altmühltal) Regiment, sowie Truppen des kaiserlichen Generals Verdugo (spanischer General), 1.000 Mann, „Räuber und Mordbrenner“. Wollte der Landmann seinen Acker bauen, so mußte er das geladene Gewehr in der Nähe und das Schwert an der Seite haben, sonst war er in Gefahr, das der erste beste Soldat sein Vieh ausspannte und ihn mißhandelte. Niemand war seines Lebens mehr sicher. Am 17. April 1628, am Donnerstag nach Ostern, sind von dem Wittenhorst’schen (Obrist) Regiment über 70 Reiter in Rüdisbronn einquartiert worden, darunter ein Leutnant und ein Korporal und bis Freitag vor Pfingsten den 30. Mai dort gelegen. 1629 erließ Kaiser Ferdinand II (1619 – 1637) auf betreiben der Jesuiten das berüchtigte Restriktionsedikt, kraft dessen die Rückgabe aller seit dem Passauer Vertrage (1552) von den Protestanten eingezogenen geistlichen Gütern gefordert wurde. Die Kaiserlichen Truppen vollzogen dies Edikt mit solcher Härte, daß auf dem Reichstage zu Regensburg sogar von den Katholiken ein bitteres Klagen gegen die Grausamkeit und Zuchtlosigkeit vor allen der Wallenstein’schen Truppen erhoben wurden. Im Juni 1630 erschien der Schwedenkönig Gustav Adolf als Retter des Protestantismus auf dem Plan. Nach dem Fall von Magdeburg kam es am 7. September 1631 zwischen Gustav Adolf und Tilly zur Entscheidungsschlacht vor Leipzig, bei Breitenfeld, wo Tilly eine schwere Niederlage erlitt. Nach der Befreiung von Sachsen rückte der Schwedenkönig in Franken ein, vom 16. Oktober 1631 kam er nach Neustadt, wo er 3 Tage weilte und nahm hierauf Würzburg. Tilly sammelte rasch ein neues Heer, stürmte Rothenburg, das angeblich nur durch den Meistertrunk des Altbürgermeisters Nusch vor Zerstörung bewahrt blieb, und erschien am 1. November 1631 vor Windsheim. Durch die Fürsprache des Obristen Pappenheim, der früher schon durch reiche Geschenke der Stadt günstig gestimmt war, kam Windsheim mit der bloßen Einquartierung davon, doch nahm der Feind beim Abzug fast alle Getreidevorräte mit. Infolgedessen fehlte es bald an Brot, ein Laib Brot kostete 1 Thaler, soviel wie eine Kuh, letztere standen billiger im Preise, da viel Landvolk aus der Umgebung das Vieh in die Stadt getrieben hatte. Viele Bauern waren in die Wälder geflüchtet, wo das „Gesindel“ des Herzogs von Lothringen ihnen mit Hunden nachspürte, um ihnen die letzten Habseligkeiten zu entreißen. Viele starben in ihren Schlupfwinkeln vor Nässe, Kälte und Hunger. Aus dieser Zeit berichten die hiesigen Notizen (Rüdisbronn):“ Anno 1630 am 27. Aprilis ist ein Fähnlein (ca. 300 Mann) Soldaten allhier ankommen und bis auf den 29. allhier geblieben, davon der Führer Korporal und zwei Werber (kann auch Weiber heißen) im Pfarrhaus gewesen. Am 2. Juli 1630 ist ein Regiment von Philipp Mansfeld’schen Volk zu Kaubenheim gelegen, davon sind ungefähr 150 nach hier gelaufen und haben das Dorf geplündert. Den 2. November 1631 ist allhier die Kirche von den Pappenheimischen, Tilly’schen und Lothringischen (Lotharingischen) Soldaten erbrochen worden und der Kelch oben in den Turm hinweggestohlen“. Ende 1631 war Gustav Adolf bis Mainz vorgedrungen und überwinterte im Maintal. 1632 rückte er nach Bayern vor, um die Liga am Sitze ihrer Macht anzugreifen. Noch im Dezember 1631 hatte der schwedische General Gustav Horn Truppen von Mergentheim bis Windsheim vorgeschoben und ließ die Stadt von Oberistleutnant von Zerotin nach Möglichkeit befestigen. Am 2. Januar 1632 wurde die schwedische Besatzung durch Obrist Kochtizki verstärkt. Am 29. Januar wurde dieselbe von Oberistleutnant Ermes abgelöst. Aus dieser Zeit stammt die hiesige Notiz (Rüdisbronn): „Anno 1632, den 16 Januar, sind anhero gekommen 200 Musketier, unter das schwedische Volk gehörig, mehrenteils Franzosen, welche zu Heilbronn gefangen worden, und sind erst den 22. desselben Monat aufgebrochen. Anno 1632, den 18. März, sind in die 2.000 Soldaten allhero gestreift von den Weimar’schen Volk schwedischer General Bernhard von Weimar, haben alle Häuser ausgeplündert, mitgenommen, aus dem Pfarrhaus haben sie weggebracht 4 Kühe, 2 Kälber, 2 Säue, alle Hühner, alle Gänse, alle Tauben, die Betten ausgeschüttet, ist auch die Kirche zum andern mal erbrochen worden“. Am 27. März 1632 kam der Schwedenkönig Gustav Adolf selbst mit einem Heer von 44.000 Mann nach Windsheim und nahm mit allen Generälen und Stäben samt einigen Kompanien in der Stadt Quartier, während das übrige Heer auf die Dörfer verteilt wurde. Am 29. März zog der König gegen Nürnberg weiter, Wallenstein entgegen, der ein neues Heer gesammelt und bei Eger sich mit der Armee des Kurfürsten von Bayern vereinigt hatte. Nach Abzug des Schwedenheeres unter Gustav Adolf, das sich durch gute Manneszucht ausgezeichnet hatte, rückte der schwedische General, Herzog Bernhard von Weimar samt dem General Baner in Windsheim ein mit 25.000 Mann. Diese Truppen machten sich, wie schon oben bemerkt, wieder Plünderung schuldig. Am 1. April zogen sie nach Ansbach ab. Das schwedische Heer warf sich zunächst auf Tilly (Johann Tserclaes Graf von Tilly), der nach Süden zurückwich und als er bei Rain am Lech die Schlacht annahm , nicht nur eine schwere Niederlage am 5. April erlitt, sondern auch tödlich verwundet wurde (+ 20. April 1632 in Ingolstadt). Nachdem Gustav Adolf noch München besetzt hatte, zog er sich von dem überlegenen Heer Wallensteins in das befestigte Nürnberg zurück, Wallenstein lagerte sich ihm gegenüber auf „der Alten Veste“ zwischen Fürth und Zirndorf. Seine Truppen verbreiteten Schrecken und Tod bis Ansbach und Windsheim. Am 31. Mai brannten Kroaten Markt Erlbach nieder und hausten furchtbar in der ganzen Umgebung. Wieder flüchtete die Landbevölkerung nach Windsheim. Doch Hunger und Pest schwangen in der Stadt ihre Geisel. Menschen und Tiere starben scharenweise. Alle Morgen luden besonders bestellte Leute die bei Tag oder Nacht in den Häusern oder auf den Gassen verstorbenen Menschen auf einen Karren, täglich 30 – 40, und begruben sie im Totengarten in großen Gruben. (Garten hinter Haus Nr. 243 und 244 der langen Spitalgasse) Im August 1632 empfing Gustav Adolf starke Hilfstruppen, etwa 30.000 Mann in zwei Armeen unter Bernhard von Weimar (1604 – 1639) (Sohn des Herzogs von Sachsen-Weimar) und General Banner sowie Axel Oxenstierna kamen von Schwaben her und marschierten über Windsheim nach Nürnberg, sodaß die Erntefelder im Aischgrund weit und breit zerstampft wurden, dazu herrschte solche Hitze das die Aisch fast ganz austrocknete. Am 24. August unternahm der Schwedenkönig einen vergeblichen Sturm auf Wallensteins Lager, dann zog er nach Windsheim ab, wodurch wenigsten den entsetzlichen Plünderungszügen der Kroaten unter Isolani ein Ende gemacht wurde. Gustav Adolf und Wallenstein hatten vor Nürnberg durch Krankheit und unaufhörliche kleinere Gefechte fast die Hälfte ihrer Truppen eingebüßt. Am 15. September kam der Schwedenkönig nach Windsheim, am 22. zog er weiter, ohne das es ihm gelungen war, Wallenstein nach Süden zu locken und zur Schlacht zu zwingen. Wallenstein marschierte vielmehr nach Norden, um den Schweden den Rückzug abzuschneiden. Gustav Adolf, der die Gefahr erkannte, folgte nun nach Sachsen. Am 16. November 1632 kam es zur Schlacht bei Lützen in welcher Gustav Adolf seinen Heldenlauf beschloß. Die Schweden unter Bernhard von Weimar und General Gustav Horn setzten anfangs den Krieg erfolgreich fort, während Wallenstein am 25. Februar 1634 zu Eger ein tragisches Ende fand, der Verräter durch Verräter. Am 27. August 1634 wurden jedoch Bernhard und Horn bei Nördlingen durch den kaiserlichen Feldherrn Gallas aufs Haupt geschlagen, die Macht der Schweden war gebrochen, Franken war den kaiserlichen Truppen wieder preisgegeben, die kleine schwedische Besatzung in Windsheim hielt sich in Heldenmütigen Ausfällen gegen den kaiserlichen Feldmarschall von Suys bis zum 23. Oktober dann wurde ihr freier Abzug mit allen militärischen Ehren gewährt. Unterdessen wütete die Pest in der Stadt, die schon im Jahre 1632 über 1.650 Menschen dahingerafft hatte. 1634 sterben wieder 1.600 Leute an der Epidemie. Ende des nächsten Jahres gab es in Windsheim nur noch etwa 50 Bürger, 250 Häuser standen leer, die Felderbestellung erfolgte in der kläglichsten Weise, in ganz Windsheim gab es nur noch 1 Pferd. Die Bauern mußten mit der Hacke aufs Feld oder mußten in leichteren Boden den Pflug selber ziehen. Das Saatkorn mußten sie in den Taschen heimlich hinaus nehmen und ausstreuen, den größere Quantitäten Getreide wurde sofort von den Truppen requiriert. Da es an Vieh gebrach, um Holz aus den Wald zu holen, nahm man das Balkenwerk leerstehender Häuser. Die Teuerung war wieder sehr groß, 1 Malter Korn kostete 24 fl. . Als im Januar 1639 wieder Kroaten unter Obrist Nikolaus von Rackwitz in Windsheim plündern wollten, bildeten ca. 1.000 geflüchtete Bauern eine so achtunggebietende Besatzung, daß sie die Kroaten in Schach halten konnten. Spielten sich in der letzten Periode des 30-jährigen Krieges, den sogenannten schwedisch – französischen Krieg (1635 – 1648), die Schlachten auch meist auf fernen Schauplätzen ab, so fanden doch Jahr um Jahr immer wieder Truppendurchzüge statt und mit ihnen Plünderung und Mord. Das Jahr 1642 brachte wenigstens eine reiche Ernte. 1645 waren die Franzosen bis Rothenburg vorgedrungen, wurden aber bei Mergentheim zurückgeschlagen. Als nach der schweren Erkrankung des schwedischen Oberbefehlshaber Tortensen General Gustav Wrangel das übernahm, fiel Windsheim wieder in schwedische Hände. 1647, die Unsicherheit im ganzen Gegend stieg abermals aufs höchste. Am Anfang des Jahres 1648 kam es zur Belagerung Windsheims, das von Kurbayerischen Dragonern verteidigt wurde, durch die Schweden, am 3. März wurde die Stadt von Wrangel und Turrene genommen. Später folgte noch einmal eine Plünderung durch kaiserliche Reiterei. Endlich am 24. Oktober 1648 kam der Westfälische Friede zu Stande. Wrangel verließ erst im November 1649 mit seinem Heer die Gegend und die letzte schwedische Besatzung unter Hauptmann Lindenroth zog erst am 11. Juli 1650 von Windsheim ab. Entnommen der Pfarrbeschreibung Rüdisbronn. Der Fall der Reichsstadt Windsheim Ende Februar 1648 faßte Wrangel den Entschluß, mit seiner
gesamten, immer noch allein stehenden Feldarmee über den Main
vorzustoßen. Mehrere Kavallerieregimenter vom Korps
Königsmarck
ritten voraus, passierten am 27. und 28. Februar die
Steinbrücke von Ochsenfurt und schwenkten dann zum Taubergrund. Man
sicherte so rechte Flanke der später folgenden Hauptarmee und lud
Turenne ebenfalls den Main zu überschreiten, da man im Taubergrund
weit südlich vor seiner Front stand. Die französische Armee
überschritt den Main auf einer Schiffsbrücke bei Lohr. Daß
Lamboy seine Diversion nicht zum
Oberrhein führen würde, hatte Turenne erkannt. Über Marktheidenfeld,
Remlingen und Helmstadt verließ er den Main und erreichte am 7. März
die Tauber bei Tauberbischofsheim. Über Königshofen (Lauda) ging er
bis in den Taubergrund vor. Am 8. und 9. März 1648 passierte auch
Wrangels Hauptarmee den Main über die Brücken von Kitzingen und
Ochsenfurt. Er hatte sein Hauptquartier am 5. März vom
unterfränkischen Arnstein nach Kitzingen verlegt und behielt es dort
bis zum 9. März. Seine Absicht hatte sich nicht geändert. Nach wie
vor suchte er die Vereinigung mit der französischen Armee, um
zusammen mit ihr die kaiserlich-bayrische auch noch über die Donau
zu drücken. Gelang dies, konnte man mit der so gewonnenen
Handlungsfreiheit seine Operationen gemäß den schwedischen Belangen
auf dem Westfälischen Friedenskongreß neu ausrichten. Man hatte dann
mehrere Optionen. Man konnte nördlich der Donau ungehindert
operieren oder in Schwaben, Bayern oder Böhmen einfallen. Am 18.
Februar war die „Kaiserliche und Bayrische Armada in 20.000 Mann
effektive zu Roß und Fuß" durch die Reichsstadt Windsheim
marschiert. Feldmarschall
Gronsfeld
hatte am 19. Februar mehr als 200 Dragoner vom Regiment
Barttels und einen Trupp Kroaten vom Regiment
Guschenitz (Guschnitz)
in die Stadt als Besatzung gelegt. Sie stand unter dem Befehl des
Hauptmanns Bernhard Breuer. Dieser ließ
die Stadttore durch äußere Erdaufschüttungen verstärken und
Palisaden in den vorgelagerten Wassergräben verankern. Mittlerweile
war es so kalt geworden, daß man das Eis aufhacken mußte, damit sie
unpassierbar blieben. Wrangel folgte der Marschroute der
kaiserlich-bayrischen Armee. Am 6. März erschienen im Dorf Külsheim
nördlich der Stadt 600 schwedische Reiter. Schwedische Kavallerie
unter Generalmajor Hammerstein
blockierte vom folgenden Tage an die Stadt „an allen orthen".
Breuer führte mehrere Ausfälle mit seinen Dragonern und öffnete den
Kroaten den Weg zum kaiserlich-bayrischen Heer mit der Meldung über
den Beginn der Belagerung. Die schwedische Kavallerie stellte sich
auch nachts in Schlachtordnung, um gegen Angriffe der Belagerten
gewappnet zu sein. Am 9. März fiel die Besatzung zum letzten Male
mit 100 Mann aus, wobei sich etwa 50 Bürger der Stadt und Bauern zu
Fuß beteiligten. Am 10. März morgens kam die schwedische Hauptarmee
in Stärke von 16.000 Mann vor Windsheim an. Wrangel ließ die Stadt
durch einen Trompeter zur Übergabe auffordern, wurde jedoch vom
Kommandanten ohne Wissen des Magistrates abgewiesen. Breuer ließ
Wrangel ausrichten, er solle sich eine „Übergabe nicht im geringsten
einbilden." Er möge nur vor die Stadt rücken. Breuer wolle ihn
erwarten und ihm die Degenspitze bieten. Darauf wurden 16 Kanonen
schweren Kalibers gegenüber dem Strafturm „plantirt". Um 1 Uhr
mittags wurde das Feuer eröffnet. Die Schweden brachen Holzhütten
vor den Stadtmauern und in den Weinbergen ab, um mit dem gewonnenen
Brennmaterial ihre Lagerfeuer zu unterhalten und sich aufzuwärmen.
Auch der hölzerne Fischstand vor dem Seetor wurde verwüstet. Unter
diesem Vorwand schickte der Rat der Reichsstadt einen Boten zu
Wrangel in dessen Hauptquartier zu Ickelheim, „weiln der
Bairische Commandant gar von keinem Accord wissen wollen, der sich
auch bis auf den letzten Blutstropfen zu wehren resolvirt".
Unter den Einwohnern ging die Furcht um, daß die
Belagerungsartillerie eine nächtliche Kanonade mit Brandgranaten und
Feuerballen eröffnen werde. Bürger und Bauern retteten daher ihre
besten Sachen in Kirchen, Keller und andere sichere Orte, sich
selbst aber hinter die Stadtmauer in kleinere, niedrige Gebäude. Auf
Intervention der Reichsstadt Nürnberg und der „beiden Markgrafen"
unterblieb ein „Feuerwerk", wobei sicher der Wunsch der Belagerer
nach unversehrten, festen Unterkünften mitgespielt haben dürfte. Die
Besatzung hatte so gut wie keine Möglichkeit der Gegenwehr gegen die
Belagerungsbatterien, da ihr Gronsfeld nur Falkonetts (leichte
Geschütze) beigegeben hatte, die den schweren, weit reichenden
feindlichen Batterien nicht beikommen konnten. Dennoch unterhielt
die Besatzung am 10. März und in der folgenden Nacht ein dauerndes
Musketen- und Falkonettfeuer gegen die sich vorschanzende
schwedische Infanterie. In dieser Nacht schwieg die schwedische
Artillerie. Ihre Bedienungen warfen Schanzen für neue
Feuerstellungen auf und erhöhten die Zahl der wirkungsbereiten
Geschütze auf dreißig. Am 11. morgens eröffneten drei schwedische
Batterien „so grausam und erschröcklich“ das Feuer, daß
jedermann die haar gen Berg stunden. Allein auf den
Strafturm und die Henser (Hainser) Bastei wurden etwa 400 Schuß
abgefeuert, wodurch der Strafturm völlig durchlöchert wurde. Die
Verteidiger wehrten sich den ganzen Tag über mit starken Feuer von
der Mauer und den Basteien. Um sie noch kampfesmutiger zu machen,
spendierte Breuer seinen Dragonern am Abend ein großes Faß „gar
köstlichen Weins", das zur Lieferung nach Nürnberg bestimmt war.
„Aber sie soffen sich so voll, daß fast weder ein oder der andere
mehr sehen noch Schiltwach stehen kundt. Breuer erreichte das
Gegenteil. Während der Volltrunkenheit seiner Soldaten konnte sich
schwedische Infanterie in den Approchen (Es handelt sich um eine
Anlage die der Angreifer einer Festung anlegen mußte bevor die
Festung erstürmt werden konnte. Mit Hilfe einer Erdwalze (Sappe)
konnte sich der Angreifer an die Festungsmauern heran arbeiten um
sie durch ein anschließendes Unterminieren zum Einsturz zu bringen.)
so weit annähern, daß sie fast den inneren Wall erreichte.
Schwedische Spezialisten bereiteten Unterminieren vor. Am 12. März
setzte die schwedische Artillerie ihre Kanonade fort und verschoß
weitere 200 Schuß. Fußvolk drang durch die Laufgräben zum inneren
Wall an der Stadtmauer vor. Um 11 Uhr stürmte es auf die neben dem
Strafturm geschossene Bresche, verlor 12 Mann und ging zurück. Die
Bresche verbauten die bayrischen Dragoner hastig mit Erde und
aufgesetzten „spanischen Reitern". Die schwedische Kanonade dauerte
an. Der Rat, „die ganze Bürger- und Bauernschaft, wie auch das
Weibsvolk" flehten den Kommandanten an, einen Akkord zu schließen.
Obwohl Breuer erst nicht nachgeben wollte und drohte, die Lunten an
den Karabinern, die auf die Flehenden gerichtet waren, losbrennen zu
lassen, willigte er schließlich doch ein, wohl wissend, daß er sich
damit ein Kriegsgerichtsverfahren einhandelte. Für die Stadt wurden
der Bürgermeister und der Syndikus, für die Besatzung ein Leutnant
ins schwedische Hauptquartier zu Übergabeverhandlungen abgeordnet.
Erst danach wurde die „Trummel" auf der Mauer gerührt und eine weiße
Fahne auf dem Pfarrturm aufgezogen. Das Trommelschlagen war das
Signal, alle Feindseligkeiten von seiten der Besatzung einzustellen.
Am Abend kam die Abordnung in Begleitung eines schwedischen
Trompeters aus Ickelheim zurück. Beide, Stadt und Garnison hatten
sich auf „Diskretion", auf Gnade und Ungnade, ihm zu ergeben, war
Feldmarschall Wrangels Diktat. Bei der Belagerung waren etwa 800
Kanonenschuß auf Windsheim abgefeuert worden, dennoch wurden weder
„Menschen und Vieh beschädigt". Dagegen hatten die Schweden etwa 100
Mann an Gefallenen oder Verletzten fast aller Dienstgrade zu
beklagen. Einige Gebäude in Windsheim waren zerstört, viele Dächer
durchlöchert worden. Am 13. März ritten die bayrischen Dragoner, an
ihrer Spitze Hauptmann Breuer, in aller Frühe auf dem „lateinischen"
(katholischen) Kirchhof zusammen und erwarteten das Kommende. Die
Schlüssel zu den drei Stadttoren wurden den Schweden übergeben und
die Tore von ihnen besetzt. Um 9 Uhr rückte eine schwedische
Kompanie zu Fuß ein und stellte Wachen auf dem Markt und bei den
aufgesessen haltenden Dragonern auf. Um 11 Uhr ritten die Marschälle
Wrangel und Turenne, der einen Besuch in Ickelheim gemacht hatte,
sowie General Königsmarck in die Stadt ein. Ihnen gingen die
Ratsmitglieder und viele ältere Bürger entgegen und baten Wrangel
mit dem üblichen Fußfall, die Bürgerschaft unter seine Protektion zu
nehmen. Wrangel antwortete, er wolle erst erforschen, ob der Rat
selbst oder die Bürgerschaft die bayrische Garnison begehrt hätten.
Welcher Teil für unschuldig erkannt werde, dem solle Gnade
widerfahren. Nachmittags begab sich Wrangel zu Fuß zum Kirchhof.
Turenne und Königsmarck ritten dorthin, um die bayrischen Dragoner
in Augenschein zu nehmen. Breuer, seine beiden Leutnante und der
bayrische Verpflegungskommissar wurden getrennt und in Arrest
genommen, die Dragoner desarmiert. Pferde, Sättel und Zaumzeug,
Karabiner, Pistolen, Degen und Bandeliere (Schultergurte), die guten
Mäntel und Hüte wurden abgenommen und die Dragoner im Rathaus
gefangen gesetzt. Nur neun von ihnen, die früher bei den Weimaranern
gedient hatten, durften ihr Pferd behalten und sind bei den Schweden
als Reiter eingegliedert worden. Das in der Stadt gelagerte Getreide
wurde von den schwedischen Proviantkommissaren mit zwangsweise
zugeordneten Ratsdeputierten registriert und von der schwedischen
Armee ohne Unterschied requiriert. Am Abend marschierten zwei
schwedische Dragonerkompanien unter
Obristleutnant Küchenmeister ein,
demselben, der auf den Königswarter Schanzen befehligt hatte. In der
folgenden Nacht „betätigten sich die Soldaten aller orthen starck
alhier im einbrechen und stehlen an Vieh und anderen Sachen . .
., besonders hinter der Stadtmauer und in den kleinen, engen
Gäßchen. Am 14. März gingen schwedische Musketiere in alle Häuser
und nahmen Geistlichen, Bürgern und Bauern Pferde ab, „solche an die
Artollerei zu gebrauchen", ein Hinweis auf einen Mangel an
Zugpferden auch in der schwedischen Armee. Die Pferde der
„Adelsherren und Ratsherren wurden nicht verschont". Am Nachmittag
ließ der schwedische Generalquartiermeister
Cornelius von dem Busch die Stadtmauer
mit einer zusammengeknoteten Schnur umziehen und vermessen. Den
Einwohnern wurde das Getreide mit Gewalt von den Böden genommen.
Einige Nahrungsmittel wurden bereits knapp. Auch für Geld konnten
die eingefallenen Soldaten kein Brot mehr bekommen. Bis zum Abend
dauerte das große „Einbrechen und Stehlen", das Beutemachen. Wagner
und Schmiede hatten alle Hände voll zu tun, um die Räder an den
schwedischen Geschützen zu reparieren, „ganz umsonst und ohne Dank.
Am Sonntag, den 15. März, läuteten zum ersten Male wieder die
Glocken. Dennoch mußten sich die Bürger und Bauern mit Hauen und
Schaufeln auf dem Markt einfinden und die draußen aufgeworfenen
Schanzen und Feuerstellungen einreißen, um eine Gegenbelagerung zu
erschweren. In die Stadt wurde als Besatzung das gesamte Wankesche
Dragonerregiment gelegt. Feldmarschall Wrangel wurden „etliche 1.000
Reichstaler in bar" als Brandschatzung abgeliefert. Er machte dem
wilden, zügellosen Treiben seiner Soldaten ein Ende und ließ mit
Trommelschlag verbieten, fortan Wein, Bier, Brot oder Getreide an
die im Umland liegenden Regimenter zu liefern. Am 16. März, in aller
Frühe, waren die Gassen wieder voll von durchreitenden
Kavalleristen, die einkaufen wollten. Am Nachmittag wurden von dem
weitermarschierenden schwedischen Kriegsvolk die umliegenden Orte
Buchheim, Ergersheim, Ickelheim und Sontheim angezündet. Viele
Gebäude brannten aus. Schon das kaiserlich-bayrische Heer hatte
Dörfer und Mühlen nicht geschont und einige Gebäude, sei es aus
Unachtsamkeit, sei es aus Mutwillen, eingeäschert. Andere Orte
mußten den Schweden Ochsen liefern, „den Officiren in die Küchen,
dann auch zum Vorspann". Am Nachmittag wurden die meisten der
bayrischen Dragoner aus der Stadt geführt und in schwedischen
Fußregimentern untergestellt, das heißt, mehr oder minder freiwillig
unter deren Regimentsfahnen neu vereidigt. Mit dem Soldatenleben
hoch zu Roß war es für sie vorbei. 36 Dragoner weigerten sich
standhaft, dieses Verfahren mitzumachen, weil sie „Weib und Kind bei
der Bairischen Armada hatten" (sie nahmen das bittere Los der
fortdauernden Gefangenschaft um ihrer Angehörigen willen auf sich,
die sonst den bayrischen Troß hätten verlassen müssen). Am 17. März
morgens wurde mit Trommelschlag und unter Androhung von Leibesstrafe
ausgerufen, daß sich auf Befehl Feldmarschall Wrangels alle
Offiziere und Soldaten, die nicht zur Besatzung gehörten, sofort aus
der Stadt zu verfügen hatten. Königsmarck marschierte mit seiner
Kavallerie vorüber, die Stadt mußte noch einmal Vieh hinaus liefern,
die Ratsherren und vermögenden Bürger Fässer mit Wein. Die gesamte
schwedische Armee setzte sich offenbar wieder in Bewegung.
Di Schweden senn kumma hemm alles
mitgnumma
Friedrich
IV. von der Pfalz
Friedrich V. von der Pfalz;
"Winterkönig"
Guschnitz,
Iwan
Giacomo
Graf Strozzi,
Weimar,Bernhard von
Herzog von Sachsen-Weimar, einer der bedeutendsten Feldherren seiner Zeit, * 16.8. 1604 in Weimar als Sohn des Herzogs Johann von Sachsen-Weimar (1570-1605), † 18.7. 1639 in Neuenburg am Rhein. - Seine kriegerische Laufbahn begann B. nach Ausbruch des Böhmischen Krieges unter Ernst von Mansfeld. Joachim Ernst von Brandenburg-Ansbach (* 22. Juni 1583 in Cölln an der Spree; † 7. März 1625 in Ansbach) war Markgraf des fränkischen Fürstentums Ansbach von 1603 bis 1625.
In den religiösen Konflikten zu Beginn des 17. Jahrhunderts tendierte Joachim Ernst hauptsächlich zum protestantisch-calvinistischen Lager, deshalb unterstützte er auch den niederländischen Freiheitskampf. Er beteiligte sich aktiv am Zustandekommen des protestantischen Bündnisses der Union, die 1608 auf seinem Herrschaftsgebiet – im säkularisierten Kloster Auhausen bei Nördlingen – gegründet wurde. Angesichts der militärischen Übermacht des kaiserlichen Lagers löste sich die Union allerdings nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges bereits 1621 wieder auf. Nach der Selbstauflösung der Union wurde Joachim Ernst von der katholischen Gegenseite mitverantwortlich für den Ausbruch des Krieges gemacht und distanzierte sich daraufhin weitgehend von seinen bisherigen Alliierten.
Der Passauer Vertrag vom 2. August 1552 zwischen dem römisch-deutschen König Ferdinand I. und den protestantischen Reichsfürsten unter der Führung Moritz von Sachsen nach dem Fürstenaufstand stellte die formale Anerkennung des Protestantismus dar, die mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 reichsrechtlich festgeschrieben wurde. Er wurde im Schloß der Grafen Solms in Rödelheim unterzeichnet. Charles IV.,Herzog von Lothringen geb. 05.04.1604 gest. 18.09.1675 bei Bernkastel Regent 1625–34, trat die Regierung seinem jüngerem Bruder Nicolas-Francois (1609–1670) ab. Verbündeter und Feldherr des Kaisers, 1634 bei Nördlingen, vor Lüttich, 1638 vor Breisach, 1643 bei Tuttlingen Breuer Bernhard Hammerstein Friedrich Christoph, Freiherr von Küchenmeister, Busch Cornelius, von dem
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